Spectrum Lines

Eine Übung in Bewegung: Die Teilnehmenden stellen sich im Raum entlang einer Linie auf, je nachdem, wie sie eine Frage für sich beantworten. So wird die Vielfalt im Raum sichtbar.

Teilweise adaptierbar 15 min
Verwendet in: 1. Eröffnungszeremonie

Wann einsetzen

Nutze Spectrum Lines zu Beginn deiner Veranstaltung als Energizer und Kennenlernübung. Dabei stellen sich die Teilnehmenden im Raum entlang einer gedachten Linie auf, je nachdem, wie sie eine Frage für sich beantworten. Die Übung hilft dabei:

  • ein Gefühl dafür zu geben, wer im Raum ist
  • Unterschiede und Gemeinsamkeiten sichtbar zu machen
  • die Teilnehmenden in Bewegung und ins Gespräch zu bringen
  • nach langem Sitzen „aufzuwecken“

So geht’s

  1. Stelle den Teilnehmenden eine Frage, z. B.: „Wie weit bist du gereist, um zu dieser Veranstaltung zu kommen?“
  2. Bitte sie, sich in einer Reihe aufzustellen, die das Spektrum der Antworten abbildet: „Wenn du fünf Minuten von hier entfernt wohnst, stell dich auf diese Seite des Raums. Wenn du vom anderen Ende der Welt eingeflogen bist, stell dich auf die andere Seite. Wenn es etwas dazwischen ist, such dir einen Platz dazwischen.“
  3. Um ihren Platz zu finden, tauschen sich die Teilnehmenden über ihre Antworten aus. So entstehen ganz von selbst Gespräche, und sie lernen sich kennen.
  4. Wenn alle ihren Platz gefunden haben, bitte ein paar Personen, kurz zu erklären, wo sie stehen und warum.
  5. Fahre mit der nächsten Frage fort.

Beispielfragen vom WMS24

  • Wie weit bist du gereist, um hierher zu kommen?
  • An wie vielen Summits/Konferenzen hast du teilgenommen?
  • Wie vertraut bist du mit dem Thema Governance?
  • Wie gut gelingt es dir, Dankbarkeit zu zeigen und Beiträge anderer zu würdigen?
  • Wie leicht fällt es dir, anderen zu vertrauen und die Kontrolle abzugeben, wenn dir etwas wichtig ist?

Tipps

  • Beim WMS24 weckte die Übung die Leute nach dem langen Sitzen gut auf. Die Teilnehmenden hatten sichtlich Spaß am Austausch.
  • Auf die Frage nach den Summits folgte die Frage des MC, für wen es der erste Summit war. Die Neulinge bekamen großen Applaus. Solche Gesten sind wichtig, damit bei Fragen zur Erfahrung keine unausgesprochene Rangordnung entsteht.
  • Je weiter die Fragen gingen, desto anspruchsvoller wurden sie. Die Teilnehmenden waren aber schon warmgelaufen und machten mit. So ließ sich der Geist von „Gut genug ist perfekt“ ein weiteres Mal stärken.
  • Besonders die Frage nach Dankbarkeit und Wertschätzung wirkte nach und ermutigte viele, ihre Wertschätzung auf dem Summit offener zu zeigen.
  • Beginne mit leichten, faktenbasierten Fragen und werde nach und nach persönlicher.

Online-Alternative

Die körperliche Qualität der Übung geht online teilweise verloren, aber es gibt gute digitale Alternativen:

  1. Slider-Umfragen (z. B. Particify): Die Teilnehmenden positionieren sich auf einer Skala. Die Ergebnisse erscheinen in Echtzeit als Verteilung.
  2. Whiteboard-Spektrum: Lege auf einem digitalen Whiteboard (z. B. Excalidraw) eine Linie an. Die Teilnehmenden ziehen ihren Avatar oder eine Markierung an die passende Stelle.
  3. Chat: Die Teilnehmenden schreiben ihre Antwort in den Chat (z. B. eine Zahl von 1 bis 10) oder reagieren per Emoji.

Wichtig: Die Online-Version liefert Daten, aber vermittelt nicht das Gefühl dafür, wie sich der Raum neu ordnet. Zeige die Ergebnisse möglichst als live wachsende Verteilung. Viele Umfrage-Tools animieren die Anzeige und fangen so etwas von der visuellen Dynamik ein.