Übung „Loslassen“

Eine einfache Dialogübung: Die Teilnehmenden erzählen sich in Paaren von einer Situation, in der sie etwas Wichtiges losgelassen haben, um dem größeren Ganzen zu dienen.

Voll adaptierbar 10 min
Verwendet in: 1. Eröffnungszeremonie

Wann einsetzen

Nutze die Übung „Loslassen“, wenn die Teilnehmenden erleben sollen, dass gute Ergebnisse und das Gemeinwohl Vorrang haben vor dem Wunsch, alles genau so zu bekommen, wie man es sich vorstellt. Sie passt an zwei Stellen:

  • Zu Beginn (Schritt 1 – Eröffnungszeremonie): Sie verstärkt das Framing und stimmt die Teilnehmenden auf den Prozess ein.
  • Am Ende (Schritt 14 – Abschluss und Vorschau): Sie hilft, die Erfahrung des Loslassens zu reflektieren und rundet das Gelernte ab.

Die Übung entstand nach einem Rat von Samantha Slade.

So geht’s

  1. Bitte die Teilnehmenden: „Wende dich deiner Nachbarin oder deinem Nachbarn zu und erzähle von einem Moment, in dem du etwas Wichtiges losgelassen hast, um den Bedürfnissen der Gemeinschaft zu dienen.“
  2. Gib selbst ein Beispiel; das erleichtert den Einstieg.
  3. Kündige an, dass nach der Hälfte der Zeit die andere Person erzählt.
  4. Gib nach der Hälfte der Zeit ein Signal zum Wechsel.
  5. Beende die Übung nach der vollen Zeit. Auf Wunsch können ein paar Teilnehmende kurz im Plenum erzählen.

Tipps

  • Auf dem WMS24 sollte die Übung Teil der Eröffnungszeremonie sein. Dann lief die Zeit davon, und die Moderator*innen mussten die Übung „Loslassen“ loslassen. Das Wortspiel kam beim Publikum gut an und zeigte: Die Moderator*innen lebten das Motto „gut genug ist perfekt“ vor.
  • Ein persönliches Beispiel macht es den Teilnehmenden leichter, sich zu öffnen.
  • Halte die Anweisungen einfach und gib genug Zeit. Die Qualität des Austauschs zählt mehr als die Menge.
  • Die Übung zeigt den Teilnehmenden: Sie müssen nicht bei jeder Diskussion und jedem Schritt dabei sein.

Online-Alternative

Die Übung funktioniert auch online sehr gut, weil sich der persönliche Austausch zu zweit gut digital führen lässt:

  1. Zeige den Impuls auf dem Bildschirm: „Erzähle von einem Moment, in dem du etwas Wichtiges losgelassen hast, um den Bedürfnissen der Gemeinschaft zu dienen.“
  2. Teile die Teilnehmenden in Breakout-Räumen paarweise ein (8–10 Minuten insgesamt).
  3. Blende einen Timer ein oder schicke nach der Hälfte der Zeit eine Nachricht an alle, damit die Paare wechseln.
  4. Hole alle zurück ins Plenum. Auf Wunsch können einige kurz berichten.

Das Zweiergespräch im Breakout-Raum schafft einen geschützten Rahmen, in dem sich die Teilnehmenden oft besonders konzentriert und offen austauschen.